Lebenslauf

Marie Mikanová (geb.1901 in Bossance) zeigte schon in der Kindheit die künstlerische Begabung, ihr Vater unterstüzte sie.
Nach der kunstgewerblichen Schule studierte sie an der Kunst-Akademie in Prag (bis 1927).
1925 heiratete sie Ing. Josef Zlatník, mit dem sie drei Kinder hatte: Kryštof, Jana und Kateřina.

Neben der Arbeit in der Familie widmete ich mich immer der künstlerischen Tätigkeit. Als Bildhauerin habe ich seit 1936 ca. 10x selbständig ausgestellt (ausser gemeinsam im Künstlerbund), zu Hause und im Ausland. Mit meiner künstlerischen Arbeit habe ich immer humanistische und Friedens- Gedanken ausdrücken wollen.“

1941 portretierte M. Zlatníková den Dichter Fr.X.Svoboda. Sie sagt über ihn: wie glücklich er ist! Ich habe versucht, den Meister zu unterhalten, damit er besser sitzt, bald aber zeigte sich, dass es umgekehrt wird. Er hat sich mich angenommen, erzählte, strahlte von Humor, gab mir Ratschläge fürs Leben, sodas ich mich in seiner Anwesenheit von meinem Trübsinn befreien konnte und jedesmal mich von ihm schwer verabschieden konnte. Es war nicht Arbeit, sondern Freude, ihn im Ton zu formen… “
Diese Büste aus Slivenec Marmor wurde gekauft im Jahre 1943 von seiner Geburtsstadt Mníšek, wo sie bis heute bei der Kirche steht.

In ihrer Austellung 1943 in Prag veranstalltete M. Zlatníková am 23.5.43 Mattinée, das als Gruß dem schwerkranken Dichter klang. Über sein Leben und Werk sprach A. Schwarzová, seine Gedichte laß J. Prucha (Mitglied des National Theaters), von Janáček ‚Märchen‘ u. von Dvořák ‚Ruhespielten Virtuosen E. Benešová-Ernstová (Klavier) und B.Heran (Cello).

1943 bei der Ausstellung „U Topičuerschien nach 20 Jahren ein Mann, erste Liebe von Marie Zlatníková, erneut entflammte große Liebe, Vladislav kümmerte sich um die Familie, half in Not im Krieg. Sie hatten gemeinsame Ideale über Moral, Liebe und Reinheit der Seele, interessierten sich um Wissenschaft, Philosofie und Literatur, schrieben füreinander schöne Briefe, Gedichte.

Beim Luftangriff am 14. Februar 1945 fiel Bombe auf unser Haus im Pankrac, vernichtete M.Z. alle Statuen im Atelier, die für die nächsten Ausstellungen vorbereitet waren. Nach dem Krieg musste sie nochmals anfangen von vorne.
Die Ehe konnte den schweren Belastungen der Kriegszeit nicht standhalten, 1945 wurde sie geschieden. Ihre Kinder hat sie allein erzogen. Sie waren ihre Stütze und immer hat sie ihnen geholfen. Ihr ganzes Leben lang hat sie fleißig ihrem künstlerischen Beruf nachgegangen, sie stellte aus, lebte voll in der Prager Geselschaft, ging in die Ausstellungen, Theater, Konzerte, reiste gern, pflegte viele gute Freundschaften.

Sie starb nach einer Verletzung in Prag im Oktober 1985. Sie liegt in Olšany begraben, wo auch die übrige Familie ist.